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Personal Issue: Entscheidungen treffen

Tagtäglich werden wir damit konfrontiert Entscheidungen zu treffen. Dabei variiert die Wichtigkeit und Dringlichkeit der Entscheidungen. Sei es die Wahl beim Shampoo oder welchen beruflichen Weg man zukünftig verfolgen will; eine Entscheidung muss stets getroffen werden. Und oft fällt es uns schwer, eine zu treffen.
Einer Studie zu Folge fällen wir rund 20.000 Entscheidungen täglich, oft unbewusst und blitzschnell. Noch nie konnten wir so viel entscheiden wie heute. Und oft wirkt dies wie die große Freiheit, jedoch macht uns diese Vielfalt das Leben deutlich schwerer, als eigentlich leichter.

Steht man zum Beispiel im Supermarkt und möchte ein Pesto für seine Nudeln kaufen, muss man sich erstmal durch das riesige Sortiment kämpfen. Und dies gilt auch für unzählige andere Lebensmittel. Während meinem Aufenthalt in New York habe ich die erste Zeit lange im Supermarkt verbracht. Natürlich ist man nicht so vertraut mit den Produkten wie in der eigenen Heimat, aber gefühlt gab es hier noch mehr Produkte, mit noch mehr Unterschieden, Versprechungen, Vor- und Nachteilen. Ich wollte etwas gesundes und halbwegs günstiges kaufen, eine Entscheidung für eine bewusste Ernährung. Dies entpuppte sich jedoch als ein Dualismus, wie Jana und ich feststellen mussten. Tatsächlich ist eine gute, gesunde Ernährung in Deutschland deutlich einfacher als es in New York war. Und schon stand ich vor dem Problem, mich für halbwegs günstige und halbwegs gesunde Produkte zu entscheiden. Ich glaube meine Ernährung war in der Zeit weniger ausgewogen als jetzt.

Aber kommen wir zurück zu unseren Entscheidungen. Nächster Horror-Ort der Entscheidungen: ein Drogeriemarkt. Gefühlt – nein, es gibt – tausend Cremes, Shampoos, Lippenstifte, Nagellacke, Deo Sprays oder Roller, Haarkuren, Toilettenpapier und und und… Diese Liste ließe sich ins unermessliche führen. Denn absolut jedes Produkt gibt es in jeglicher Ausführung, mit gewissen Vorzügen und Nachteilen, mit Verbesserungen oder einfach unterschiedlichen Farben aus denen man wählen kann. Und diese Masse an Produkten steigerte nicht mal den Umsatz, wie die Psychologin Sheena Iyengar herausfand. Also, machen uns all diese Entscheidungsmöglichkeiten wirklich glücklicher? Machen sie uns wirklich freier?

Natürlich freue ich mich, dass man zwischen günstigeren und teureren Produkten entscheiden kann, das es unterschiedliche Geschmacksrichtungen gibt und wir die Wahl haben. Aber oft stehe ich auch da und bin überfordert mich dieser Vielfalt. Müssen es wirklich 20 Produkte sein, die im Grunde alle das gleiche Ziel haben wie z.B. ein Waschbecken kalkfrei zu kriegen? Würden nicht manchmal auch einfach drei unterschiedliche Produkte reichen? Psychologen sprechen von einer »Tyrannei der Wahl« und stellen fest wie viel eigentlich bei uns mitspielt, wenn wir uns entscheiden müssen. Von unseren Hormonen, den Tricks von Verkäufern in Läden, der eigenen Herkunft und unserer Familie sowie Freunde. Und natürlich von unseren spontanen Gefühlen.

In einer Studie hat sich dabei gezeigt, dass wir uns oft für etwas Bekanntes entscheiden. Etwas, dass uns bereits vertraut vorkommt. Müssen wir zum Beispiel entscheiden, ob der Sprinter Usain Bolt oder Justin Gatlin den 100m Sprint gewinnt, würden wir uns tendenziell eher für Bolt entscheiden da er uns bereits als DER Über-Sprinter bekannt ist. Nichts desto trotz halten die Forscher auch fest, dass diese Entscheidungen basierend auf Vertrautheit nicht gleich auch die besten sind. Aber gibt es wirklich immer die eine, richtige Entscheidung? Ich glaube, von dem Traum müssen wir uns verabschieden.


„Viel mehr als unsere Fähigkeiten sind es unsere Entscheidungen, die zeigen, wer wir wirklich sind.“
Albus Dumbledore (Harry Potter)


Während es sich für den einen um eine gute Entscheidung handelt, ist es für den anderen ein möglicher Verlust. Wir müssen auch einfach damit Leben lernen, dass gewisse Entscheidungen nicht immer gut sind, wir sie aber treffen müssen. Und oft müssen und sollten wir uns mehr Zeit nehmen für bestimmte Entscheidungen, am besten einfach eine Nacht. Denn, die besten Entscheidungen trifft man im Schlaf. Logisch, in einem ausgeruhten Zustand treffen wir besser eine Entscheidung als mit einem hohen Stress-Level. Sprich, trefft niemals Entscheidungen im wütenden Zustand!

Wichtig ist es auch, sein Ziel zu präzisieren und die Vielfalt etwas einzuschränken. Durch eine kontinuierliche Sondierung der Auswahlmöglichkeiten, kommt man stetig zu einer, und schließlich seiner Lösung. Und ich glaube, dass wohl wichtigste: lernt zufrieden zu sein. Sei es mit euch selbst oder eben eurer eigenen Entscheidung. Denn, auch glücklich zu sein ist eine Entscheidung. Nicht jede Entscheidung ist perfekt, muss sie aber auch nicht sein. Hauptsache man macht am Ende das Beste draus und lernt, mit seinen Entscheidungen zu leben.

 

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