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Personal Issue: Warum wir immer mehr wollen, aber immer weniger Zeit haben // Why we always want more but always have less time

Ich glaube wir leben in einer Gesellschaft, in der wir schnell unzufrieden sind. Vielleicht ist dies manchen bewusst, vielen jedoch auch nicht.

Vor kurzem bin ich über einen Artikel von Der Zeit gestolpert, in dem es um die Unzufriedenheit in unsere Gesellschaft geht und das der Glücksfaktor irgendwann einfach ausgereizt ist. Doch woher kommt diese Unzufriedenheit? Haben wir wirklich Grund, so unzufrieden zu sein?

Mir persönlich fällt meine Unzufriedenheit immer dann auf, wenn ich mehr will. Und dies beziehe ich nicht auf neue Kleidung, Kissenhüllen oder Duftkerzen. Materielle Dinge schließe ich hier bewusst aus. Vielmehr geht es um Leistungen, Entwicklungen und Erfolgserlebnisse.

Ich gebe euch ein aktuelles, sehr banales Beispiel: ich möchte im Yoga eine bestimmte Pose erlernen, scheitere aktuell aber noch dran. Zack, ich bin unzufrieden mit meiner eigenen Leistung. Und das ist nicht die erste Situation aus sportlicher Hinsicht, in der ich unzufrieden war. Sobald etwas nicht ganz so klappt wie ich mir das vorstelle, Zweifel ich. Ich gebe zwar nicht auf, weil ich es unbedingt können will und mit Übung auch meistens schaffe. Aber trotzdem drückt es sich auf meine Stimmung. Was am Ende normal ist, denke ich.

Ich weiß natürlich auch, dass ich einfach zu ungeduldig bin. Wie viele andere Menschen glaube ich auch. Am liebsten würde ich alles gleich und sofort können, aber das funktioniert einfach nicht. Und daran muss ich mich oft selbst einfach erinnern. Wir vergessen viel zu oft, dass wir alles lernen mussten. Als Kind das Laufen und Essen, als Erwachsener wie man die Wäsche richtig wäscht. Unser Leben besteht kontinuierlich aus einem Lernprozess.

Jedoch setzt hier der nächste Punkt ein: mit unserem Heranwachsen haben wir immer weniger Zeit, wollen aber immer mehr. Zeit ist so limitiert geworden, dass wir oft vergessen sie auch einfach mal für uns zu nehmen. Viele wollen unsere Zeit und oft geben wir sie auch gerne. Aber keiner gibt uns diese Zeit zurück. Sie ist weg. Dann wiederum aber vielleicht auch gespickt mit tollen Erinnerungen.

In unserer Leistungsorientierten Gesellschaft fällt es besonders auf, dass alle immer mehr wollen jedoch eigentlich immer weniger bis gar keine Zeit haben. Eigentlich, wenn wir uns manchmal etwas ehrlich gegenüber wären, müssen wir feststellen das wir bereits ein gutes Bündel unserer Zeit in der Woche vergeben haben. Aber natürlich versuchen wir noch diese Fitness Session einzubauen und diese Buchvorlesung zu besuchen oder an dieser Cocktail Runde teilzunehmen. Es lenkt uns ab, sich mal mit sich selbst zu beschäftigen. Aber manchmal müssen wir uns Zeit für uns nehmen und dies dann in einer gemäßigten Geschwindigkeit üben (was ich selbst auch noch lernen muss).

Ich bin immer fasziniert von Menschen, die viel erreichen wollen. Nur ist es vielleicht einfach besser, sich auf drei vier Sachen zu konzentrieren, als acht oder neun. Denn, wenn wir es schaffen, wieder Zeit für uns zu nehmen, können wir die restliche Zeit auch viel besser strukturieren und sie gewissenhafter verteilen.

 


 

I think we live in a society, where everyone quickly becomes unsatisfied. Maybe some have noticed, others not.

Sometime ago I stumbled upon an article published by Die Zeit (a German newspaper). The article focuses on the dissatisfaction in our society and why the happiness level is exploited at a certain point. But where does this dissatisfaction come from? Do we have the right to be that unsatisfied?

For me personally I always noticed my dissatisfaction when I want something. And I’m not talking about new clothes, pillow covers or scented candles. Material things are not what I’m talking about. It’s much more about performance, development and accomplishments.

I will give you a current, very banal example: I’m currently trying to learn a certain Yoga pose but am still failing. Nothing big but I’m unsatisfied with my output. And this isn’t the first time that I’m unsatisfied with my athleticism. As soon as something doesn’t work out as I thought it would, I feel unhappy. Nevertheless I believe in myself and that I will achieve it with practice. But my mood can be pretty bad after failure. Which, in the end, is normal I guess.

I certainly know that I’m too impatient, like many other people are too. I would love to be able to do everything right away and then I have to remember myself that everything I have achieved has grown from learning through time and practice. We have learned everything from childhood on. Let it be walking and eating as a toddler and how to set the washing machine as an adult. Our life is always a process of learning.

But here enters the next crucial point: we always want more but always have less time while growing-up. Time has become so limited, that we forget to take some for ourselves. Many want our time and mostly we are happy to offer it. But no one will return us this time. It’s gone. Even though now maybe filled with more memories.

It’s easily noticeable in our performance-related society. We all want more but have little to no time to give. Actually, if we would be a little more honest with ourselves, we would see that most of our weekly time is already outsourced. But of course we try to squeeze in this fitness session and this book lecture or this cocktail thing. It distracts us from taking time with ourselves. But we sometimes need to take time for ourselves and I mean on a slow pace (yes, got to learn that myself).

I always admire people who want to achieve a lot. But maybe we should sometimes focus on three to four things rather than giving eight to nine things a go. Because maybe, when we find some time for ourselves, we can structure it and be more accurate while sharing it.

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